ORF Wien-Serie: Teil 2 zum Lehrberuf „Elektronik-, Informations- und Kommunikationselektronik“
Im Interview gibt Martin Karall, Wiener Berufsgruppensprecher, Einblicke in Ausbildung, Karrierechancen und Besonderheiten des Lehrberufs.Einleitung
Nach dem Auftakt zur Elektrotechnik-Lehre rückt ORF Wien im Rahmen der Serie „Job & Ausbildung“ nun einen weiteren zukunftsweisenden Beruf in den Fokus: die Elektronik – Informations- und Kommunikationselektronik. Im Interview gibt Martin Karall, Wiener Berufsgruppensprecher, Einblicke in Ausbildung, Karrierechancen und Besonderheiten dieses technischen Lehrberufs. Damit setzen die Landesinnung Wien der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker und ORF Wien ihre Kooperation zur Berufsorientierung fort.
Ein echter Zukunftsberuf
„Man sollte Technik spannend finden und Dinge gut verstehen können, statt nur auswendig zu lernen“, beschreibt Karall die wichtigste Voraussetzung für angehende Lehrlinge. Der Arbeitsalltag ist stark praxisorientiert. „Wir arbeiten viel mit Plänen, mit Messgeräten und modernen Tools. Es ist ein echter Zukunftsberuf“, betont der Berufsgruppensprecher.
Die Ausbildung erfolgt dual, also in einer Kombination aus theoretischem Unterricht in der Berufsschule und praktischer Arbeit im Betrieb. Die reguläre Lehrzeit beträgt 3,5 Jahre und gliedert sich in ein zweijähriges Grundmodul sowie ein eineinhalbjähriges Hauptmodul. Darüber hinaus eröffnen sich vielfältige Spezialisierungsmöglichkeiten. „Es gibt viele Fachrichtungen, in denen man sich spezialisieren kann, wie etwa moderne Medientechnik, Netzwerktechnik oder Planung“, erklärt Karall.
Auch nach dem Lehrabschluss stehen zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten offen. Durch Weiterbildungen, Kurse und Zertifikate – häufig unterstützt durch den jeweiligen Betrieb – lassen sich zusätzliche Qualifikationen erwerben. „Man kann die Meisterprüfung ablegen, um sich selbstständig zu machen“, so Karall über die langfristigen Karriereperspektiven.
Auch für Quereinsteiger:innen
Der Beruf eignet sich nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Quereinsteiger:innen und Wiedereinsteiger:innen. Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich, da sowohl in der Ausbildung als auch im Betrieb alle Inhalte vermittelt werden. „Im Betrieb und in der Ausbildung bekommt man alles von Grund auf beigebracht“, versichert Karall.
Die Arbeitszeiten richten sich nach dem jeweiligen Betrieb, für jugendliche Lehrlinge gelten klare gesetzliche Schutzbestimmungen. Auch Förderungen sind möglich, wobei diese vom Alter und vom Ausbildungsort abhängen. „Das klärt man am besten direkt mit dem AMS oder mit der Lehrlingsstelle ab“, rät Karall.
